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Infrarotfotografie – Eindrucksvolle Kunstfotografie

Infrarotfotografie
Infrarotfotografie

Die Infrarotfotografie ermöglicht es dem Fotografen, seine Motive buchstäblich unter völlig neuem Licht zu betrachten. Zur Herstellung der Bilder wird ein Wellenbereich des Lichtes benutzt, der für das menschliche Auge sonst unsichtbar ist. Infrarotfotografien können so ganz neue Details aufzeigen die vorher im Verborgenen blieben oder die Bildkomposition in einer anderen Realität erscheinen lassen.

Deswegen fasziniert die Infrarotfotografie

Unser menschliches Auge erkennt Licht in Wellenlängen von etwa 360 bis 780 Nanometer. Das sogenannte Infrarotlicht ist für unser Auge unsichtbar, denn die Wellenlängen sind länger als 800nm. 1910 gelang es Robert W. Wood erstmalig mit einem experimentellen Film, dieses Licht für Fotoaufnahmen zu nutzen und den Begriff des „Wood-Effektes“ zu prägen. Für Kunstfotografen war diese Technik allgemein erst 1960 zur Verfügung. Charakteristische IR-Aufnahmen zierten bald die Platten bekannter Musik wie Jimi Hendrix. Beliebt wurde die IR-Fotografie aufgrund ihrer verfälschten Farben die das Interesse beim Betrachter wecken.Eine Infrarotfotografie lässt sich gut an der abstrakten Farbgebung erkennen, da alles im Bild von der realen Farbe abweicht. Robert W. Wood experimentierte mit Landschaftsaufnahmen, da die zeitgenössische Technik eine längere Belichtungszeit benötigte. Bei dem angesprochenen Wood-Effekt handelt es sich um das Phänomen von Pflanzen und deren Blättern in einem schimmernden weiß abgebildet zu werden. Sie haben die Eigenschaft infrarotes Licht stärker zu reflektieren, weswegen Schatten und Reflexionen auch eine andere Erscheinung annehmen bei der IR-Fotografie.

Infrarotfotografie mit modernen Digitalkameras ist leicht!

Die meisten Digitalkameras sind durchaus in der Lage infrarotes Licht einzufangen, doch dieser Bereich wird zu meist von den Herstellern abgesperrt um die Qualität der normalen Bildaufnahmen zu verbessern. Deswegen ist jedes Kameramodell unterschiedlich gut für die Infrarotfotografie geeignet. Der integrierte Sperrfilter einiger Kameras ist so stark, dass sie nahezu gar kein infrarotes Licht mehr auf den Sensor treffen lassen. Besitzer einer Nikon D7000 kommen ohne einen Kameraumbau nur schwer in den Genuss gelungener Infrarotfotografien. Bessere Ergebnisse liefert die Sony F828. Im Nightshot-Modus klappt der IR-Filter weg und lichtet das gesamte Spektrum ab. Leider kann dabei nur bedingt die Belichtungszeit konfiguriert werden.

Infrarot nach Weissabgleich
Infrarot nach Weissabgleich

Im analogen Zeitalter der Fotografie war es allerdings auch nicht einfacher. Kunstfotografen benötigten teure Spezialfilme der zusätzlich gekühlt werden musst und nur mit speziellen Techniken entwickelt werden konnte. Der Erfolg des Fotografen war sogar abhängig von seinem aktuellen Standort und der vorliegenden Wetterlage. Das gemachte Bild konnte auch nicht direkt im Anschluss auf dem Bildschirm betrachtet. Ein Endergebnis sah der Künstler erst nach der Entwicklung.

Der einfachste Einstieg in die Infrarotfotografie ist die Verwendung eines Sperrfilters der vor dem Objektiv angebracht wird und somit keinen Umbau der Kamera verlangt. In seiner Funktionsweise ist er ähnlich zu dem integrierten Sperrfilter innerhalb der Kamera. Nur sperrt dieser Filter nicht das infrarote Licht aus sondern alle anderen Wellenlängen des sichtbaren Lichtes. Insgesamt erreicht weniger Licht den Sensor, weswegen eine höhere Belichtungszeit nötig ist. Außerdem benötigt es mehr Geduld beim Finden der richtigen Schärfe.

Die Möglichkeiten eines Filters ermöglichen es zwar kostengünstig, erste qualitative Eindrücke der Infrarotfotografie zu erhalten, sind aber in ihren Möglichkeiten begrenzt. Professionelle Infrarotfotografen benutzen umgebaute, „getunte“ Kameras. Umgebaute Kameras bringen den Vorteil einer deutlich höheren Sensibilität und kürzeren Belichtungszeiten mit sich. IR-Fotografien gewinnen deutlich an Farbe und können auch weniger belichteten Räumen kreiert werden. Vor den Umbau muss der Fotograf entscheiden, ob die umgebaute Kamera nur noch der IR-Fotografie dienen soll oder zum Allrounder wird.

Diese beiden Tuningoptionen gibt es bei der IR-Fotografie

Der größte Vorteil der Allround-Variante ist, auf normale oder s/w Aufnahmen nicht verzichten zu müssen. Ohne einen Filter steht dann das Wellenspektrum von 350 bi 1100nm dem Fotografen zur Verfügung. Astronomische Fotografien oder Nachtaufnahmen können so exzellent eingefangen werden. Fotografien nur in Infrarot oder in echten Farben verlangen dann einen Filter, der das Spektrum dementsprechend beschränkt. Dafür wird nur noch eine Kamera für alle Anwendungsgebiete benötigt.Auch der Umbau zur Infrarotkamera kann sich lohnen. Der vom Hersteller angebrachte Sperrfilter wird ausgetauscht gegen sein Gegenstück. So kann nur noch ein festgelegter Infrarotbereich den Sensor erreichen. Auch der Fokus wird auf diesen Wellenbereich eingestellt, selbst der normale Autofocus ist dann funktionsfähig.Lou Reed war mehr als ein begnadeter Musiker, auch er beschäftigte sich mit den Möglichkeiten der Infrarotfotografie. Er veröffentlichte einen Fotoband mit dem Titel „Romanticism“. Lou Reed zeigt darin seine Fotografien, mit einer infrarot-modifizierten Digitalkamera, von Reisen durch Dänemark, Kalifornien und diversen weiteren. Ebenfalls inspirierend sind die Fotografien von Sabine Springer. 2007 erhielt sie den BFF Förderpreis für ihre Werke der Infrarotfotografie. Sie zeigen Aufnahmen von Szenen im Swinger, dabei bedient sie sich zusätzlich einem Infrarotblitz.

Das war noch lange nicht alles

Infrarotfotografien werden nicht nur von Kunstfotografen angewandt. In der Technik dient sie thermischen Messung, denn durch Infrarotwellen kann die Wärmestrahlung sichtbar gemacht werden. Interessant ist sie auch für Astronomen. Die IR-Fotografie macht Himmelsphänomene sichtbar die zuvor im Verborgenen lagen. Auch können die Wissenschaftler daran die Rotverschiebung ablesen. Sie gibt Aufschluss darüber wie weit entfernt Himmelskörper sind. Die Infrarotfotografie bietet ein komplexes und sehr vielfältiges neues Gebiet für Fotografen die Neues erproben wollen. Der Einstieg ist zwar einfach, verlangt dem Fotografen aber auch viel Geschicklichkeit ab. Geduld ist hier das wichtigste um ein Gefühl für die neue Realität zu entwickeln.

Weitere Tipps zur Infrarotfotografie:

Bildquelle: http://www.nikonhumors.com/?p=4899
Bildquelle: http://www.spotcatch.net/foto-blog/2012/technik/262-infrarotfotografie-anleitung-tutorial

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